Wahlprogramm 2026

Kommunalpolitisches Programm für Biedenkopf und seine Ortsteile

Bündnis 90/DIE GRÜNEN Biedenkopf

Präambel

Seit unserem Einzug in das Stadtparlament erleben wir täglich, wie eng der Gestaltungsspielraum unserer Stadt durch die finanzielle Situation begrenzt ist. Gerade deshalb ist es uns ein zentrales Anliegen, die vorhandenen Mittel zukunftsorientiert und nachhaltig einzusetzen.

Für uns bedeutet nachhaltiges Investieren: Wir stärken und verbessern die Infrastruktur unserer Stadt und berücksichtigen dabei konsequent das wissenschaftlich fundierte Wissen über künftige Entwicklungen – von steigenden Energiepreisen bis zum Klimawandel. Unser Ziel ist es, Biedenkopf so schnell und so umfassend wie möglich zukunftsfähig zu machen. Die Prioritäten unserer Investitionen müssen sich dabei am langfristigen Nutzen für die Stadtgesellschaft orientieren.

Bürgerhäuser

Angesichts dringender kommunalpolitischer Aufgaben lehnen wir den Neubau eines Bürgerhauses in der Kernstadt ab. Die hohen Investitions- und laufenden Unterhaltungskosten stehen in keinem Verhältnis zu anderen Prioritäten unserer Stadt.

Wir sind froh darüber, dass für das Gelände des alten Bürgerhauses ein Investor und eine sinnvolle Nutzung gefunden wurden.

Bürgerhäuser in den Ortsteilen müssen erhalten bleiben, sofern diese durch ausreichende Nutzung ihre Funktion als Treffpunkt der Bürger*innen wahrnehmen.

 

Innenstadtentwicklung Kernstadt

Wir begrüßen die Vorschläge der Bürgerkommission ausdrücklich. Die Finanzierung jener Vorschläge, die die Machbarkeitsstudie als verwirklichbar einstuft, wird allerdings Eigenmittel der Stadt erfordern. Hier können städtische Gelder weitaus sinnvoller und zum dauerhaften Nutzen aller Bürger*innen eingesetzt werden als beispielsweise durch den Bau eines neuen Bürgerhauses. Von einem attraktiven Zentrum profitieren Gastronomie und Kleinbetriebe ebenso wie die Bewohner*innen der Ortsteile.

 

Energiewende

Wir gehen davon aus, dass der Strombedarf in den kommenden Jahren kontinuierlich steigen wird. Die Nutzung von Sonne und Wind ist dabei die günstigste und umweltfreundlichste Art der Energiegewinnung. Lokale Stromerzeugung bedeutet einen Standortvorteil für die heimische Industrie. In den kommenden Jahren müssen wir deshalb sowohl die lokale Stromproduktion als auch die Elektrizitäts-Infrastruktur konsequent ausbauen.

Beim weiteren Ausbau der Windenergie setzen wir uns dafür ein, dass Bürger*innen im Umfeld der Anlagen spürbar finanziell entlastet werden. Zudem wollen wir Möglichkeiten der finanziellen Beteiligung an solchen Anlagen schaffen. Dasselbe gilt auch für Photovoltaik-Großanlagen. Dies steigert die Akzeptanz für den Ausbau der regenerativen Energien.

Den weiteren Ausbau der Photovoltaik wollen wir vorrangig auf vorhandenen Dachflächen vorantreiben. Großanlagen dürfen nicht in Konkurrenz zur heimischen Landwirtschaft treten.

Ab 2027 wird der CO2-Preis nicht mehr gesetzlich vorgegeben, sondern frei an der Börse gehandelt. Expert*innen erwarten dadurch eine erhebliche Steigerung der Öl- und Gaspreise. Wärmepumpen, die bereits bei den heutigen Preisen nachweislich wirtschaftlicher arbeiten als konventionelle Heizungen, werden dadurch konkurrenzlos günstig.

Bei Gasheizungen werden zusätzlich die Netzentgelte steigen. Dies liegt daran, dass die Kosten für die Gasnetze auf alle Abnehmer*innen aufgeteilt werden – deren Zahl jedoch bereits heute sinkt. Nach einer Studie der Agora Energiewende werden sich die jetzigen Netzentgelte auch bei Ausnutzung aller Einsparmöglichkeiten bis 2045 mindestens verachtfachen. Für Mannheim und Augsburg kündigen die Netzbetreiber bereits Abschaltungen unrentabler Netze an.

Wir fordern für das Gasnetz in Biedenkopf eine Lebenszyklus- und (Teil-) Außerbetriebnahme-Planung, damit Bürger*innen so früh wie möglich informiert werden und Fehlinvestitionen vermeiden können.

Als Alternativen zu Öl und Gas stehen Holz, Biogas, Nahwärme und vor allem Strom zur Verfügung. Holz ist aus ökologischen Gründen nur eingeschränkt zu empfehlen: Es steht nur begrenzt zur Verfügung, und das Angebot von Holz als Brennstoff kann – wenn überhaupt – nur noch geringfügig gesteigert werden. Der Holzpreis wird sich auch ohne CO2-Bepreisung parallel zu dem von Öl und Gas entwickeln.

Biogas steht im Hinterland als Gasalternative nicht zur Verfügung. Der wirtschaftliche Einsatz von Nahwärme kann mit Strom nur dort konkurrieren, wo die Wärmeleitungen kurz sind. Dies setzt in geeigneten Gebieten zum einen eine dichte Bebauung und zum anderen einen Anschlusszwang voraus. Geeignete Gebiete finden sich aufgrund der lockeren Bebauung in Biedenkopf eher selten. Auch die Nutzung von Industrieabwärme wird wirtschaftlich wegen der Trennung von Industrie- und Wohngebieten kaum darstellbar sein.

Das Gesetz verpflichtet Kommunen zur Erstellung von Wärmewendeplänen. Damit Nahwärme in den wenigen Bereichen, in denen dies möglich ist, überhaupt genutzt werden kann, muss die kommunale Wärmeplanung diese schnell festlegen – nur so erhalten Hausbesitzer*innen Planungssicherheit. Je mehr Häuser in einem solchen Bereich bereits mit neuen zukunftssicheren Heizungen versorgt sind, desto schwieriger wird es, ein Nahwärmenetz wirtschaftlich zu betreiben.

Wir wollen, dass die Stadt Biedenkopf dem Beispiel der Gemeinde Breidenbach folgt und einen Energieberater finanziert, den alle interessierten Einwohner*innen kontaktieren können, um Fragen zur energetischen Sanierung ihrer Häuser und Wohnungen zu besprechen.

Die Heizungskosten aller konventionell beheizten öffentlichen Gebäude werden sich durch die dargestellten Entwicklungen deutlich erhöhen – was den Spielraum des städtischen Haushalts weiter einschränkt. Hier fordern wir einen langfristigen Investitionsplan mit dem Ziel, diese Ausgaben zu senken.

Die Straßenbeleuchtung muss überall dort, wo dies möglich und noch nicht geschehen ist, auf LED-Lampen umgestellt werden.

 

Folgen des Klimawandels

Die Folgen des Klimawandels treffen die Menschen in unterschiedlicher Weise. Bei ihrer Bewältigung müssen Stadtverwaltung und Bürger*innen eng zusammenarbeiten, denn hier kommen vollkommen neue Herausforderungen auf uns zu. Die Erkenntnisse der Wissenschaft sind eindeutig: Es ist nicht mehr die Frage ob, sondern wann und in welchem Ausmaß unsere Stadt davon betroffen sein wird.

 

Starkregen (kurzzeitig)

Starkregenereignisse in Zusammenhang mit Gewittern nehmen deutlich zu. Anhand von Starkregensimulationen müssen wir Risikostellen in der Stadt ausfindig machen, damit Hausbesitzer*innen geeignete Gegenmaßnahmen ergreifen und größere Schäden weitgehend vermeiden können. Infrastruktur – etwa Schaltkästen – muss überflutungssicher werden. Das Abwassersystem muss auf Bereiche untersucht werden, in denen es bei Starkregen zu Überlastungen kommen kann. Geeignete Maßnahmen zur Senkung des Überlastungsrisikos müssen ergriffen werden. All diese Maßnahmen haben das Ziel, Werte zu erhalten und Feuerwehr sowie THW zu entlasten.

 

 

Hitze und Trockenheit 

Im Interesse der Anwohner*innen wollen wir Hitzeinseln erfassen und mit geeigneten Maßnahmen möglichst beseitigen.

Schottergärten stellen zum einen eine unsinnige Versiegelung des Bodens dar und bedeuten zum anderen eine zusätzliche Hitzebelastung für Hausbewohner*innen und Nachbar*innen. Die Neuanlage wird seit 2025 durch ein Landesgesetz untersagt. Bei Verstößen müssen neben den Grundstücksbesitzer*innen auch die ausführenden Gartenbaubetriebe haftbar gemacht werden. Wir setzen uns dafür ein, Maßnahmen zum Rückbau von vor 2025 vorhandenen Schotterflächen in Gärten zu fördern.

Hitze und Trockenheit bedrohen den Wald. Die Wahrscheinlichkeit von Waldbränden hat zugenommen und wird weiter zunehmen. Feuerwehr und THW müssen entsprechend ausgerüstet werden.

Wir wollen ein Angebot für Kümmerketten nach französischem Vorbild entwickeln: Dort hatte 2003 eine Hitzeperiode in nur wenigen Sommerwochen rund 15.000 Todesopfer gefordert. Danach verpflichtete die französische Regierung alle Kommunen, ein Register für Schutzbedürftige einzuführen. Über 65-Jährige sowie Alleinstehende, die chronisch krank sind oder Behinderungen haben, können sich dort eintragen lassen. Droht eine Hitzewelle, werden soziale Dienste, Pflegekräfte oder auch die Feuerwehr aktiviert. Sie sorgen dafür, dass die Betroffenen genug zu trinken haben und erkundigen sich regelmäßig per Telefon nach ihrem Wohlbefinden. Bei uns könnten diese Leistungen auch durch Nachbarschaftsgemeinschaften erbracht werden.

 

 

Starkregen (langdauernd)

Langdauernde Starkregen sind selten, kommen aber ebenfalls in den letzten Jahren immer häufiger vor. Bei extrem großen Regenmengen – wie etwa 2021 an der Ahr – sind aufgrund der topografischen Verhältnisse in Biedenkopf schwere Schäden unvermeidlich. Aufgabe der Kommunalpolitik in den kommenden Jahren muss es sein, Maßnahmen zu ergreifen, die Sachschäden bei solchen Ereignissen so gering wie möglich halten und Personenschäden komplett vermeiden.

Dazu ist es zwingend notwendig, dass nicht nur für die Lahn, sondern möglichst für alle zufließenden Bäche berechenbar wird, welche Überschwemmungen sie bei welchen Regenmengen verursachen. Die Starkregensimulationen, die seit 2025 vorliegen sind ein erster Schritt, solche Situationen beherrschbar zu machen, wenn entsprechende Vorbereitungen getroffen sind.

Wir müssen hierfür in Zusammenarbeit mit Ortsvorsteher*innen und Anwohner*innen Evakuierungszonen, Fluchtwege und sichere Sammelpunkte für Evakuierte festlegen. Dies ist nach unserer Überzeugung besonders dringend für das Kottenbachtal in der Kernstadt, Hainbach und Adelsbach in Wallau sowie den Dexbach in Dexbach notwendig. THW und Feuerwehr müssen für ein solches Großschadensereignis durch entsprechende Ausrüstung vorbereitet werden. Für die Feuerwehrstützpunkte Kernstadt und Wallau muss klar sein, ab welcher Niederschlagsmenge sie von Lahn und von den Hängen links der Lahn abfließenden Wassermassen selbst durch Überschwemmung gefährdet sind.

 

 

Fortstwirtschaft

Durch den umfangreichen Waldbesitz der Stadt haben wir relativ großen Einfluss auf die Forstwirtschaft und gleichzeitig Vorbildfunktion. Der Wald ist die Klimaanlage unserer Region – ohne ihn wären bei Hitze die Temperaturen in Biedenkopf etwa 3 bis 4 Grad höher.

Forstwirtschaft muss nicht nur nachhaltig in Bezug auf Holzentnahme sein, sondern auch in Bezug auf den Erhalt des Waldes und des Grundwassers. Jahrzehntelanger Fichtenanbau hat den Grundwasserspiegel deutlich absinken lassen. Viele Quellen sind dauerhaft trocken gefallen. Der Wald hat viel von seiner Fähigkeit eingebüßt, Wasser zu speichern und zurückzuhalten. Die Industrialisierung der Forstwirtschaft hat die Artenvielfalt im Wald verringert.

Wir setzen uns für eine zukunftsfähige Forstwirtschaft ein, die im Interesse des Walderhalts weniger auf Holzentnahme fokussiert ist. Die Oberläufe der Bäche müssen durch verstärkte Renaturierung ihre Fähigkeit zur Wasserspeicherung zurückerhalten. Auch im übrigen Wald müssen weitere Maßnahmen ergriffen werden, die ein schnelles Ablaufen von Regenwasser verhindern. Wildnisgebiete müssen zur Steigerung der Artenvielfalt erweitert und neu geschaffen werden. Geeignete Maßnahmen zum besseren Brandschutz müssen ergriffen werden. Die Kommunalpolitik muss in diesem Sinne Einfluss auf die Forstbehörden nehmen.

 

Renaturierung

Auch im Oberlauf der Bäche streben wir durch Maßnahmen zum Wasserrückhalt eine Vernässung an, um tiefer liegende Wohngebiete zu schützen. Dabei wollen wir auch offene Wasserflächen schaffen und so dem Amphibiensterben entgegenwirken. Wo dies möglich ist, setzen wir uns auch an anderen Orten für derartige Maßnahmen ein.

 

Bauen

Bestehende Bebauungspläne müssen überprüft werden. Alle Bestimmungen, die die Nutzung von Sonnenenergie einschränken – etwa bei der Dachneigung – sollten angepasst werden. Wir wollen prüfen, inwieweit in Neubaugebieten eine gemeinsame Wärmeversorgung beispielsweise unter Nutzung der Abwasser- oder Bodenwärme geschaffen werden kann.

Noch unbebaute Flächen mit Starkregengefährdung müssen zeitnah aus den Bebauungsplänen gestrichen werden. Versiegelungen sollten so gering wie möglich gehalten werden.

 

Katastrophenschutz

Zukünftige klimabedingte Katastrophen sind oft großflächig und können nicht allein von den Einsatzkräften bewältigt werden. Bürger*innen müssen daher den Grad der Gefährdung ihrer Wohnung und ihres Besitzes kennen. Sie müssen richtiges Verhalten kennen und – ähnlich wie im Verkehr bei einem Unfall – lernen, wie sie sich im Katastrophenfall verhalten und wie sinnvoll Erste Hilfe vor Ort geleistet werden kann und dann Einsatzkräfte richtig unterstützt werden können. Warnsysteme müssen hierzu vor allem lokal verbessert und weiterentwickelt werden.

Ohne die Bildung von Nachbarschaftsgemeinschaften werden die zukünftigen Herausforderungen nicht zu bewältigen sein.

 

 

Kinder und KiTa

Wir möchten, dass die Kinder in Biedenkopf von Anfang an die besten die besten Chancen haben. Deshalb setzen wir uns für eine hochwertige, gebührenfreie und flexible Kinderbetreuung ein, die sich an den Lebensrealitäten der Familien orientiert.

Gebührenfreie Betreuung ist für uns ein zentrales Ziel: Bildung beginnt in der KiTa und darf nicht vom Einkommen der Eltern abhängen. Gleichzeitig braucht es flexible Betreuungszeiten, die berufstätige Eltern spürbar entlasten. Dafür müssen ausreichend Fachkräfte zur Verfügung stehen – mit fairen Arbeitsbedingungen und guter Qualifikation.

Wir sind uns dabei bewusst, dass dies eine angemessene Kostenbeteiligung von Bund und Land voraussetzt.

Wir möchten, dass Kinder in Biedenkopf gesund und bewusst aufwachsen. Daher fordern wir ein konsequent regionales und gesundes Verpflegungskonzept in allen KiTas, orientiert an ökologischen Standards und möglichst in Bio-Qualität.

Natur und Bewegung sind ein wichtiger Bestandteil frühkindlicher Entwicklung. Deshalb setzen wir uns für mehr naturnahe Bildungs- und Spielräume ein – vom eigenen KiTa-Garten bis hin zu regelmäßigen Naturtagen im Wald.

Auch außerhalb der KiTa sollen Kinder in Biedenkopf viel erleben können. Wir wollen attraktive und kostenlose Freizeitangebote für Kinder erhalten und ausbauen – zum Beispiel:

  • Bilderbuchkino im Rittersaal
  • Märchenpfad am Schloss
  • Kinderverkehrsübungsplatz, der spielerisch Sicherheit im Straßenverkehr vermittelt

Wir gestalten ein Biedenkopf, in dem jedes Kind willkommen ist, gut betreut wird – und mit Neugier und Freude aufwächst.

 

 

Familie

Biedenkopf soll ein Ort sein, an dem Familien gerne leben, sich willkommen fühlen und gut unterstützt werden. Familienfreundlichkeit bedeutet für uns mehr als nur Kinderbetreuung – sie umfasst Wohnen, Freizeit, Mobilität, Teilhabe und soziale Sicherheit.

Ein zentrales Ziel ist die Einführung eines Familienpasses für Kultur und Freizeit. Damit wollen wir Familien mit geringem und mittlerem Einkommen vergünstigten Zugang zu städtischen Einrichtungen, Veranstaltungen und Freizeitangeboten ermöglichen – etwa ins Schwimmbad, zu Kulturveranstaltungen oder in Museen.

Wir setzen uns für eine familienfreundliche Stadtplanung ein: sichere Schulwege, moderne und barrierefreie Spielplätze, durchdachte Verkehrsführung und öffentliche Räume, die Begegnung und Erholung ermöglichen – vom Kinderwagen bis zum Rollator. Öffentliche Einrichtungen und Infrastruktur sollen so gestaltet sein, dass sie den Bedürfnissen von Familien jeder Form gerecht werden.

Ein kurzfristiges Ziel ist es, das Zertifikat „Familienfreundliche Stadt“ zu erhalten. Wir möchten die dafür nötigen Kriterien nicht nur erfüllen, sondern aktiv mitgestalten – durch konkrete Maßnahmen, transparente Prozesse und Beteiligung der Bürger*innen.

Wohnen ist eine der größten Herausforderungen für Familien. Deshalb setzen wir uns für die Förderung gemeinschaftlicher Wohnformen ein – etwa Mehrgenerationenhäuser, Baugruppen oder kooperative Wohnprojekte. Diese Modelle wollen wir gezielt unterstützen und subventionieren, denn sie stärken das Miteinander und schaffen bezahlbaren, familiengerechten Wohnraum.

Auch die Unterstützung von Alleinerziehenden und Familien in schwierigen Lebenslagen ist uns wichtig – durch leicht zugängliche Beratung, unbürokratische Hilfeangebote und gute Vernetzung von Jugendhilfe, Schulen und sozialen Trägern.

Familien sind vielfältig – und wir möchten, dass sich jede von ihnen in Biedenkopf zuhause fühlt.

Miteinander

Ein starkes Biedenkopf lebt vom Miteinander – über Generationen hinweg, zwischen Kulturen, Lebensstilen und sozialen Gruppen. Wir GRÜNE setzen uns für eine Stadt ein, in der Begegnung möglich ist, Teilhabe selbstverständlich wird und niemand ausgeschlossen bleibt.

Ein zentrales Projekt ist für uns die Umgestaltung des Marktplatzes zu einem autofreien Gemeinschaftsplatz. Der historische Stadtkern soll Raum bieten für Begegnung, Austausch, Veranstaltungen und generationsübergreifende Aktivitäten – sicher, barrierefrei und lebendig.

Wir wollen generationenübergreifende Projekte fördern, die den Austausch zwischen Jung und Alt stärken – etwa:

  • Lesepatenschaften, bei denen ältere Menschen regelmäßig mit Kindern lesen
  • gemeinsame Gartenprojekte, die nachhaltiges Lernen, Begegnung und Selbstversorgung verbinden
  • Kooperationen zwischen KiTas, Schulen und Seniorenheimen, um gegenseitiges Verständnis und soziale Nähe zu fördern

Auch den Rollstuhlführerschein für Schüler*innen wollen wir etablieren – er sensibilisiert Kinder früh für Barrierefreiheit, Inklusion und Empathie gegenüber Menschen mit Einschränkungen.

Ehrenamtliches Engagement ist eine tragende Säule unseres Gemeinwesens. Wir wollen es gezielt fördern und sichtbar wertschätzen – durch bessere Rahmenbedingungen, Anerkennungskultur und Vernetzung der Engagierten.

Vereine, Nachbarschaftsinitiativen und soziale Projekte brauchen verlässliche Unterstützung – auch finanziell. Die Entstehung nachbarschaftlicher Treffpunkte wie am Dr.Thomas-Schäfer-Platz muss gefördert werden.

Teilhabe heißt für uns auch: Barrierefreiheit in Gebäuden, im öffentlichen Raum und im Denken. Wir wollen Biedenkopf zu einer Stadt entwickeln, in der sich alle sicher und willkommen fühlen – unabhängig von Alter, Herkunft, Einkommen oder körperlichen Voraussetzungen.

Ein gutes Miteinander entsteht nicht von allein – es braucht Raum, Ideen und eine Politik, die es aktiv ermöglicht.

Jugend

Junge Menschen sind nicht nur unsere Zukunft – sie sind Teil der Gegenwart und sollen Biedenkopf aktiv mitgestalten können. Wir GRÜNE setzen uns dafür ein, dass Jugendliche gehört werden, Räume zur Entfaltung bekommen und echte Teilhabe erfahren.

Ein zentraler Baustein ist die Einrichtung eines Jugendrats. Jugendliche sollen ihre Ideen, Wünsche und auch Kritik in die Kommunalpolitik einbringen können – mit echten Mitspracherechten, Budgetverantwortung und direktem Zugang zur Stadtverordnetenversammlung. So lernen sie Demokratie praktisch und gestalten ihre Stadt mit.

Wir wollen einen attraktiven Jugendtreff entwickeln – als sicheren, offenen Ort für Begegnung, Freizeit, Kreativität und Beratung. Dabei sollen die Jugendlichen selbst mitentscheiden, wie der Treff gestaltet wird und welche Angebote dort stattfinden.

Ferien sollen nicht langweilig oder unbezahlbar sein – deshalb möchten wir kreative, inklusive und ökologische Ferienangebote fördern. Workshops, Naturcamps, Kulturprojekte und nachhaltige Freizeitaktivitäten sollen jungen Menschen Abwechslung bieten und gleichzeitig Werte wie Umweltbewusstsein, Teamgeist und Eigenverantwortung stärken.

Darüber hinaus setzen wir uns ein für:

  • mehr Räume für Jugendliche im öffentlichen Raum – zum Treffen, Musikmachen oder Skaten
  • bessere Vernetzung von Jugendhilfe, Schule und Ehrenamt
  • Unterstützung beim Übergang in Ausbildung oder Beruf durch lokale Mentoring-Programme, Praktikumsplätze und gezielte Berufsorientierung
  • die Stelle eines Stadtjugendpflegers zu schaffen

Wir nehmen Jugendliche ernst – und schaffen Strukturen, die es ihnen ermöglichen, Verantwortung zu übernehmen, ihre Meinung zu äußern und Biedenkopf zu ihrer Stadt zu machen.

 

Seniorinnen und Senioren

Ältere Menschen gestalten unsere Stadt mit – durch Erfahrung, Engagement und soziale Verbundenheit. Wir GRÜNE setzen uns für ein Biedenkopf ein, in dem Senior*innen selbstbestimmt leben, am gesellschaftlichen Leben teilhaben und sich sicher und unterstützt fühlen.

Ein zentraler Aspekt ist die digitale Teilhabe. Immer mehr alltägliche Abläufe – von Behördenkontakten bis zur Kommunikation mit Familie – laufen digital. Damit niemand abgehängt wird, fördern wir gezielt Projekte wie:

  • das E-Lotsen-Projekt, bei dem Ehrenamtliche Senior*innen beim Umgang mit digitalen Geräten und Anwendungen unterstützen
  • das Digitalcafé, in dem in entspannter Atmosphäre Fragen rund um Smartphone, Tablet und Internet geklärt werden können

Wir setzen uns für die Schaffung einer offiziellen Stelle für eine*n Seniorenbeauftragte*n in der Stadtverwaltung ein. Diese Person soll Ansprechpartner*in, Koordinator*in und Interessenvertretung für ältere Menschen in Biedenkopf sein – eng vernetzt mit Vereinen, Pflegediensten, Wohnprojekten und Verwaltung.

Um die Bedürfnisse und Wünsche der älteren Bevölkerung besser zu verstehen und darauf reagieren zu können, wollen wir regelmäßig Seniorenumfragen zu Themen wie Mobilität, Wohnen, Gesundheit oder Freizeit durchführen. Die Ergebnisse sollen in konkrete Maßnahmen und Entscheidungen einfließen.

Darüber hinaus setzen wir uns ein für:

  • barrierefreie Wege, Plätze und Gebäude
  • alternative Wohnformen wie Mehrgenerationenhäuser oder betreutes Wohnen im Quartier
  • mehr generationenverbindende Angebote, die Begegnung und Austausch fördern

Unsere Vision ist ein Biedenkopf, in dem ältere Menschen mittendrin bleiben – aktiv, wertgeschätzt und gut begleitet im Alltag.

 

Schlusswort

Wir werden dieses Programm in Zukunft weiterentwickeln und an geänderte Voraussetzungen anpassen.

Insbesondere bei den wichtigen Aufgaben wie:

  • einer modernen und gut ausgestatteten Feuerwehr,
  • dem zivilen Katastrophenschutz,
  • einer nachhaltige Entwicklung der Sackpfeife,
  • der Verbesserung der Fahrradwege und
  • beim Erhalt des Freibades

 

werden wir wie bisher pragmatisch und sachorientiert mit den anderen Fraktionen zusammenarbeiten. Biedenkopf und seine Ortsteile zukunftssicher zu machen wird aber nur gemeinsam mit den Bürgern gelingen.